Samstag, 30. Juni 2012

Ohne Kind ist wie amputiert

Gestern hatten mein Mann und ich einen Tag Urlaub. Der Plan sah vor, dass wir den Sohn in die Kita bingen, anschließend in unserem Lieblingscafe in der Südstadt, gegenüber unserer alten Wohnung in Ruhe frühstücken, dann ein bißchen durch die Stadt schlendern und später gemeinsam den Sohn abholen.
Wir wollten mal wieder ein bißchen Zeit nur für uns haben. Mal wieder ein Paar sein, nicht immer nur Eltern.

Wenn man so gefangen ist, in der Mühle des Elternseins, dann träumt man von solchen Tagen. Zwischen Unausgeschlafen-Sein, Windeln wechseln und ersten Ausläufern der Trotzphase wünscht man sich einen Tag als Paar. Das Problem ist aber- man ist eben nicht mehr nur ein Paar.

Kaum hatten wir in unserem Lieblingscafe unser Lieblingsfrühstück bestellt, setzt sich ein anderes Paar an den Nebentisch. Im Schlepptau: der Sohn der beiden- kaum älter als unser Sohn.
Der war so süß! Die Eltern packten ein kleines Auto aus, mit dem er sofort hingebungsvoll anfing, die Tischplatte abzufahren. Ich konnte meine Augen nicht abwenden. Anstatt die Zeit für ein gepflegtes Gespräch unter Erwachsenen mit meinem Mann zu nutzen, begann ich, Kontakt mit dem kleinen Jungen aufzunehmen. Wenn der eigenen Sohn im selben Alter ist, weiß man ja, was so ein kleiner Kerl lustig findet. Mein Mann hatte ähnlich viel Spaß mit unserem Tischnachbarn. Die Eltern des Jungen hielten uns offenbar für unglaublich kinderfreundliche Menschen. Sie freuten sich, darüber, dass ihr Sohn die Attraktion war und waren sichtlich stolz. Ich hätte am liebsten zu denen gesagt: "Wir haben auch einen Sohn. Sehen Sie hier auf meinem Schoß diese kahle Stelle? Da gehört eigenlich mein Sohn hin!" 
Meine Mutter konnte sich auch immer nicht von mir und meinen Schwestern trennen. Sie hat immer gesagt, das fühlt sich an wie eine Amputation. Wie recht sie hat!

Der freie Tag war natürlich trotzdem schön. Aber am allerschönsten war, als wir gemeinsam in die Kita gingen und unseren Sohn abholten.

Heute ist das Sommerfest der Kita. Der von mir dafür zugesagte Kartoffelsalat war schon um 9:00 fertig. Der Sohn war wieder in aller Frühe wach, musste gewickelt werden, hat in die frische Windel sofort sein Geschäft gemacht und musste wieder gewickelt werden, ich habe Kartoffeln gekocht, gepellt, Eier gekocht und geschält usw. und fühle mich jetzt, als wäre mindestens schon nachmittag. Ich könnte mal wieder einen freien Tag nur für mich gebrauchen...

Eure Mia

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