Sonntag, 3. Juni 2012

Wie man das Geschlecht beeinflussen kann


Es gibt Tage, da ist mir einfach zu viel Testosteron im Haus. Die Männer sind bei uns zu Hause seit der Geburt des Sohnes in der Überzahl, und das macht sich bemerkbar. Mein Sohn zeigt mit seinen knapp 18 Monaten typisch männliche Eigenschaften: Er verwandelt jeden Gegenstand in ein Schwert. Er kann stundenlang am Fenster stehen und bei jedem vorbeifahrenden Auto in Begeisterungsschreie ausbrechen. Und er steht mehrmals täglich am Kühlschrank und verlangt nach einer Scheibe Wurst. Letzteres hat er sich bei Papa abgeguckt, die beiden ersten Punkte sind mir ein Rätsel.

Ein bisschen weibliche Verstärkung könnte also nicht schaden. Es gäbe da ja eine einfache Methode, ein bisschen nachzuhelfen:
Wenn man ein paar Tage vor dem Eisprung Sex hat, soll die Wahrscheinlichkeit höher sein, ein Mädchen zu bekommen. Hat man sehr nahe am Zeitpunkt des Eisprungs Sex, soll es eher ein Junge werden. Man muss also nur ermitteln, an welchem Zyklustag man seinen Eisprung hat (z.B. mittels Basaltemperatur oder Ovulationstest) und schon ist die geschlechterspezifische Familienplanung perfekt.

Diese Methode nennt sich Shettles- Methode, nach deren Erfinder, dem US-amerikanischen Gynäkologen Landrum Shettles. Der hat nämlich in den 70er Jahren herausgefunden, dass weibliche Samenzellen schwerer und widerstandsfähiger sind. Sie überleben daher länger im weiblichen Körper- in der Gebärmutter sogar etwa 5 Tage. Männliche Samenzellen erreichen ihr Ziel vor allem durch eine im Vergleich zu den weiblichen Samenzellen höhere Geschwindigkeit. Kann man sich super merken- ist im Prinzip wie beim Autofahren: Die Männer sind schneller am Ziel, die Frauen zuverlässiger.
Klingt jedenfalls irgendwie super logisch und wissenschaftlich fundiert.

Aaaaber: Es gibt eine Theorie, die genau das Gegenteil behauptet: Sex nahe am Eisprung erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Mädchen. Diese Methode geht zurück auf Elizabeth Whelan. Die Dame hat einen Doktortitel von der Harvard School of Public Health und kommt daher nicht weniger vertrauenswürdig daher.

Na super. Wie machen wir´s denn jetzt?
Auf Dr. Shettles vertrauen?
Auf Dr. Whelan vertrauen? ?
Warten, bis Dr. Shettles und Dr. Whelan sich geeinigt haben??? (Schwierig, Dr. Shettles ist 2003 verstorben)

Hier ist meine Methode: Dr. Shettles und Dr. Whelan sind mir egal!
Denn ob Junge oder Mädchen, eines steht fest: Diese neue Wesen, auf das ich warte, wird mir wieder neue Welten eröffnen. Es wird ein kleiner, einzigartiger Mensch sein, bestimmt ähnlich, aber doch ganz anders als sein großer Bruder. Ich glaube daher nicht, dass ich mir nun ein Mädchen wünschen muss, weil ich einen Jungen schon habe.
Naja, ich würde schon gerne auch mal Mädchenkleider kaufen können und es wäre auch jammerschade, wenn ich mein Wissen über Fashion und Styling nicht an mein Kind weitergeben könnte, aber mir kommt schon der Gedanke seltsam vor, sich ein bestimmtes Geschlecht zu wünschen. Und wenn es ein anderes Geschlecht hat, ist Mama enttäuscht? Anders gesagt: Das Baby ist schon im Mutterleib eine Enttäuschung??


Ob die Methoden überhaupt funktionieren ist übrigens zweifelhaft. Dr. Shettles behauptete, wer sich an seine Studien hält, erwartet 70-80% Treffsicherheit für ein Mädchen, 80-90% für einen Jungen.

Dr. Whelan kann etwas weniger Treffsicherheit versprechen, als Dr, Shettles: 68% für Jungs und 57% für Mädchen.

Hält man im Hinterkopf, dass nach natrürlicher Verteilung auf 100 Mädchen 106 Jungen kommen, kann das Ergebnis wenig beeindrucken. 

Es gibt vielleicht nachvollziehbare Gründe, das Geschlecht auf natürliche Weise beeinflussen zu wollen, aber mir fällt keiner ein. Also bleibe ich bei dem Motto: „Hauptsache gesund!“ Die Wahrscheinlichkeit, damit glücklich zu werden, liegt bei 100%. Ein Wert, von dem Shettles und Whelan nur träumen können!

Eure Mia

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