Montag, 13. August 2012

Kind und Karriere- wie schafft Papa das bloß?

Letzte Woche erzählte mir mein Mann, dass sein Kollege Alex und dessen Frau ihr erstes Kind erwarten. Ich kenne die beiden schon lange und mag sie sehr gerne, daher habe ich mich total gefreut.

Und dann sagt mein Mann: "Alex und ich wollen uns nächste Woche mal auf ein Bierchen treffen, weil er wissen will, wie man das so mit der Vereinbarung von Beruf und Kind auf die Reihe bekommt."
Ich stutze. "Äääh, wie jetzt? DER wird ja wohl kaum in Elternzeit oder gar Teilzeit gehen?! Das übernimmt doch sicher Kerstin?!" "Ja natüüürlich! Aber er hat Angst, dass er zu Hause Streß bekommt, wenn er weiterhin so viel arbeitet, weil Kerstin ja bestimmt von ihm mehr Präsenz zu Hause verlangen wird. Und weil ich ja auch so viel arbeite, will er sich mal austauschen, wie ich das so mache."

Wie bitte??? Ich glaub´ich hör´nicht gut!! Was müssen die??

Ich baue mich vor meinem Mann auf:
"Ist klar! Ihr arbeitet doch einfach geradeaus weiter. Es ist nicht Euer Leben, das sich grundlegend ändert, sondern das Eurer Frauen! 

Als der Sohn noch ganz klein war habe ICH mir die Nächte um die Ohren geschlagen, während Du im Gästezimmer geschlafen hast. Du musstest ja ausgeschlafen sein, für den Job! Und während ich zu Hause versucht habe, den Babyalltag zu meistern, bist Du wie immer ins Büro gegangen und hast Dich dort mit anderen Eltern ausgetauscht. Du standest mit anderen Eltern vergnügt in der Teeküche, während ich zu Hause dachte, ich wäre ganz alleine auf der Welt!

ICH muss meine Termine verschieben, wenn der Sohn krank ist. Deine Termine sind ja immer so wichtig. ICH kann meine Karriere vergessen, während DU von Deinen Kollegen noch mehr bewundert wirst, seit Du ein Vater bist.

ICH muss jeden Tag Kind und Beruf irgendwie unter einen Hut bekommen. Du kommst erst nach Hause, wenn der Sohn gefüttert, gebadet und gepampert in seinem Bettchen schlummert, die Küche sauber und das Wohnzimmer aufgeräumt ist.

Und jetzt müsst Ihr Euch zusammensetzen und eine Runde jammern, wie schwer ihr es habt??!!

Wenn Du dem Alex bei Eurem Bierchen nicht erzählst, wie toll Deine Frau ist, weil sie zu Hause alles im Griff hat und dabei immer ein Lächeln auf den Lippen trägt, dann flipp! ich! aus!! Du bist es mir schuldig, dass Du dem mal erzählst, wie gut Du es hast, weil ich Dir klaglos den Rücken freihalte. DU hast nämlich überhaupt kein Problem mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das verdankst Du MIR! Weil ich ALLES mache und mich nie, Nie, NIE beschwere und dir überhaupt keinen Streß mache!"

"Klar", grinst der Gatte, "das sagt der kleine Giftzwerg, der sich hier seit fünf Minuten vor mir aufbaut und schimpft!"

Grmpf. 
Ich nehme die Hände aus den Hüften. Ich muss echt noch viel souveräner werden. Aber Recht habe ich trotzdem!

Eure Mia

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